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Die ganze Welt der Trachtenlederhose

Lederhosen und insbesondere Trachtenlederhosen sind nicht nur bloße Kleidungsstücke. Sie verkörpern ein Lebensgefühl und vor allem eine lange Tradition. Gute Trachtenlederhosen halten ein Leben lang, oftmals sogar länger und bleiben dabei selbstverständlich zeitlos. Daher wird die Lederhose häufig auch von Generation zu Generation als Erbstück weitergereicht, ohne zu veralten. Weniger traditionsgeprägt sind dagegen die Trachten der vielen Millionen Besucher des Oktoberfestes, denn die wenigsten nicht-bayrischen Besucher des jährlich stattfindenden Events tragen außerhalb der Festlichkeit Lederhosen. Das mag man als Bayer (oder nicht-Bayer) bewerten, wie man will, Tatsache ist aber, dass das Oktoberfest und seine Besucher zur wachsenden Popularität der Trachtenlederhose beitragen.

Doch warum ist dieses Kleidungsstück so beliebt und wie konnte es sich gegen ständig neue Modetrends behaupten? Um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, muss man sich genauer mit der Vergangenheit der Lederhose auseinandersetzen. Denn genau genommen beginnt die Geschichte des ledernen Beinkleids gar nicht in Bayern, sondern in Frankreich.

 

 

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Lederhose Damen

Lederhosen für Damen, so etwas gibt es? Ja. Es ist zwar unpopulär, weil Frauen in der Regel ein Dirndl als Tracht tragen, aber nicht unmöglich. Bei uns gibt es eine Auswahl an Damenlederhosen.

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Lederhose Herren

Stöbern Sie in unserem großen Angebot an Trachtenlederhosen für Männer. Es sollte für jedes Alter, jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ein passendes Beinkleid dabei sein.

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Lederhose Kinder

Auch Kinder können bereits früh von der bayrischen Trachtenkultur begeistert sein. Sei es aus Liebe zum FCB oder dem Spaß am Verkleiden. Eine echte Lederhose macht umso mehr Freude.

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Lederhose Babys

Es mag verrückt klingen, aber selbst Trachtenlederhosen für Babys sind heutzutage erhältlich. Schon im frühen Alter kann das traditionsgeprägte Kleidungsstück mit Stolz getragen werden.

Alle Lederhosen für Babys



Geschichte der Lederhose

Ihren Ursprung hat die heute bekannte Trachtenlederhose in Frankreich. Einige Bauern des 18. Jahrhunderts entschieden sich irgendwann dazu, die Mode des Adels zu imitieren und selbst Culotten (= Kniebundhosen) zu tragen. Diese Culotten fertigten die bäuerlichen Bewohner der französischen Alpen aus dem Leder ihrer Tiere (z.B. Ziegen): Die Ur-Trachtenlederhose war geboren.

Mit der Zeit aber verschwanden die Lederhosen als Arbeitskleidung der Bergbauern wieder und wenn nicht eine Gruppe ambitionierter Bayern die Hosen für kulturrelevante Kleidung gehalten und als solche verteidigt hätte, wären sie vermutlich komplett „ausgestorben“. Doch zum Glück gab es ihn: Josef Vogl, Lehrer im idyllischen Bayrischzell in Oberbayern. Zusammen mit fünf seiner Freunde gründete der überzeugte Lederhosen-Träger Ende des 19. Jahrhunderts kurzerhand den ersten Trachtenverein – sein Name: Verein für Erhaltung der Volkstracht im Leitzachthale. Dass dieser Verein eher für Hohn und Spott als für Zustimmung sorgte, war wenig verwunderlich. Sogar die Kirche in Bayrischzell wandte sich gegen Vogl und seine Freunde. Das Ende der Trachtenlederhose? Nein.

Josef Vogl ließ die Abweisung nicht auf sich sitzen und kontaktierte Ludwig II., König von Bayern, der von der Idee einer bayrischen Tracht äußerst begeistert war. Unmittelbar forderte er sämtliche Bezirke Bayerns dazu auf, Trachtenvereine zu gründen. Diesem politischen Druck musste letztlich auch die Kirche nachgeben, die Josef Vogl und seine Freunde zuvor ausgeschlossen hatte. Die Trachtenlederhose hatte ihren Durchbruch geschafft und im selben Atemzug einen Wandel durchgemacht: Von der Arbeitskleidung der Bauern hin zur bayrischen Tracht für festliche Anlässe.

Verbreitung der Lederhose heutzutage

An Beliebtheit hat die Trachtenlederhose seitdem nicht verloren – zumindest in Bayern. In anderen Teilen Deutschlands ist die Zeit der Lederhose schon eine Weile vorüber. In der Nachkriegszeit beispielsweise, waren kurze Lederhosen auch außerhalb Bayerns als Beinkleid sehr beliebt. Diese Hosen ähnelten der bayrischen Tracht zwar nur grob, doch es lief praktisch jedes Kind in Lederhosen durch die Gegend. Erst mit dem Aufkommen der Jeans wurden Lederhosen, die nicht zu einer Tracht gehörten, immer seltener. Die bayrische Tradition wurde dadurch aber nicht beeinflusst. In einigen ländlichen Regionen gehört die Lederhose deshalb nach wie vor zur Alltagskleidung.

Formen und Arten der Trachtenlederhose

Die Trachtenlederhose, wie man sie von typisch bayrischen Festen kennt, gibt es in zwei Varianten: Kurz oder lang. Die lange Lederhose bedeckt die Knie vollständig, die kurze lässt sie frei. Üblicherweise sind beide Lederhosenvarianten mehr oder weniger aufwändig bestickt und mit einer Messertasche für den Nicker versehen.

Ein Nicker ist ein einseitig geschliffenes, 15 bis 25 cm langes Jagdmesser mit Hirschhorngriff, das für viele Bayern zu einer vollständigen Tracht dazugehört.

Ebenfalls fester Bestandteil der Lederhose ist ein lederner Hosenträger samt Querriegel. Auf dem Querriegel wird häufig die Zugehörigkeit zum heimischen Trachtenverein vermerkt.

Wie und womit trägt man eine Lederhose?

Lederhose schön und gut, aber was macht eine traditionelle, bayrische Tracht komplett? Um Ihnen die Suche zu ersparen, haben wir eine „Trachten-Checkliste“ zusammengestellt:

  • Lederhose (kurz / lang)
  • Haferlschuhe
  • Loferl Stutzen (gestrickt)
  • Strümpfe (gestrickt)
  • Nicker (Jagdmesser)
  • Kariertes Hemd
  • Gilet
  • Trachtenjacke / Trachtensacko
  • Passender Hut und andere Accessoires

Man muss nicht alle diese Kleidungsstücke tragen, ein guter Trachtler weiß, was ihm gefällt und was ihm steht. Wichtig ist aber vor allem, dass man bei der Tracht auf Qualität achtet. Der Preis sollte in jedem Fall an zweiter Stelle stehen, denn eine Tracht kauft man nur ein mal im Leben und Festkleidung sollte sowieso stets hochwertig sein.

Qualität ist ein Muss

Generell sind Trachtenlederhosen aus weichem Wildleder – meistens vom Hirsch. Wenn es sich um Industrieware handelt, kann auch anderes sämisch gegerbtes Leder zum Einsatz kommen, z.B. Wildbockleder. Generell sind handgemachte Lederhosen aber der Massenware vorzuziehen. Der Aufpreis lohnt sich auf jeden Fall, denn eine gute Lederhose macht vor allem ihre gute Verarbeitung und Langlebigkeit aus. Trachtenlederhosen sind Festkleidung, keine Ramschware und das Oktoberfest ist keine Karnevalsveranstaltung.

Daher gilt: Wenn Sie auf bayrischen Festen positiv auffallen möchten und ein Kleidungsstück fürs Leben suchen, sollten Sie sich nach einer guten Lederhose umschauen. Natürlich ist eine Trachtenlederhose auf dem Oktoberfest keine Pflicht, aber wenn schon Lederhose, dann richtig. Mit guter Kleidung könnte es sogar sein, dass Sie selbst als „Saupreiß“ ein paar Sympathiepunkte sammeln. Was aber kostet eine gute Lederhose?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Sie unter 200 Euro selten etwas Vernünftiges bekommen. Für Normalverdiener klingt das erst einmal danach, als müsse man für eine Tracht ziemlich tief in die Tasche greifen. Das stimmt auch, allerdings handelt es sich – wie bereits erwähnt – um eine einmalige Investition. Sie dürfen die Preise für Lederhosen nicht mit den Preisen Ihrer Alltagskleidung vergleichen.

Wirklich gute Trachtenlederhosen bekommen Sie erst ab Preisen von 700 bis 800 Euro. In diesem Preissegment kann es durchaus vorkommen, dass sie für Ihre Kleidung einen Schulterklopfer von einem waschechten Bayern bekommen – falls Sie nicht selbst einer sind (aber dann sollten Sie ohnehin wissen, was eine gute Lederhose kostet). Handbestickte Exemplare kosten schnell auch über 1500 Euro und mit diesem Geld ist noch nicht ein einziges der anderen Kleidungsstücke bezahlt. Behalten Sie das bei Ihrer Kalkulation immer im Hinterkopf.

Wie Sie sehen, kann man bei der traditionellen Tracht viel Geld lassen. Man muss kein Vermögen für die Tracht ausgeben, eine gewisse Investition sollte man allerdings schon tätigen.

Wie reinigt man Lederhosen?

Viele sagen: gar nicht, man sollte sie einfach tragen. Eine gute Trachtenlederhose ist sehr strapazierfähig und je häufiger sie getragen wird desto mehr sieht sie nach einer „Lederhose mit Geschichte“ aus. Wer mit einer ungetragenen Lederhose auf einem Fest auftaucht wirkt erst einmal unglaubwürdig.

Ein paar Dinge sollten Sie dennoch beachten. Erstens sollten Sie Ihre Lederhose regelmäßig an die frische Luft zum Auslüften hängen. Zweitens: Aufbewahrt wird die Lederhose immer frei-hängend, niemals in der Schublade oder anderweitig zusammengefaltet. Drittens: Wenn es doch mal gröberen Schmutz geben sollte, kann man diesen per Hand mit etwas Wasser und Kernseife entfernen – niemals chemisch oder mit der Waschmaschine reinigen, davon trägt das Leder langfristigen Schaden und die Lederhose kann unbrauchbar werden. Was beim Lederhosenreinigen zu beachten ist. In unserem Ratgeberartikel „Trachtenlederhhose richtig reinigen“ erfahren sie mehr.

Zu welchem Anlass trägt man Lederhosen?

In Bayern trägt man die traditionelle Tracht samt Lederhose zu allen festlichen Anlässen. Das mag eine Geburtstagsfeier oder eine Fahrzeugweihe bei der örtlichen Feuerwehr sein. Auch auf kleinen Festen wird auf traditionelle Kleidung geachtet und manche Bayern tragen sogar in ihrer Freizeit eine Lederhose. Das kann je nach Aktivität vorteilhaft oder unvorteilhaft sein.

Lederhosen für Frauen?

Lederhosen gibt es in den verschiedensten Formen und Größen für nahezu alle Altersklassen, aber für Frauen? Tragen die nicht üblicherweise ein Dirndl? Nicht unbedingt.

Auch an den traditionsbewussten Bayern ist die Emanzipation der Frau nicht spurlos vorüber gezogen. Mittlerweile gibt es Lederhosen speziell für Frauen. Dabei wird natürlich Rücksicht auf den Schnitt genommen, damit die Weiblichkeit nicht verloren geht. Es können also auch Frauen stolze Lederhosen-Trägerinnen sein und das sieht häufig gar nicht schlecht aus. In der Regel zahlt die Frau bei einem Dirndl aber deutlich weniger, verglichen mit einer kompletten Männertracht.

Lederhosen abseits der Tracht

Beim dem Wort „Lederhose“ denken die meisten sofort (und ausschließlich) an die bayrische Tracht, doch das ist nicht das einzige „Einsatzgebiet“ des robusten Kleidungsstücks. Lederhosen sind auch in den folgenden Bereichen sehr beliebt:

  • Reiten
  • Jagen
  • Outdoor (z.B. Wandern)
  • Arbeit (Lederhose als Arbeitshose)